2022 begannen wir mit der Einrichtung eines Druckraumes in den Räumlichkeiten des Versatorium. Neben einer Handpresse stehen eine Andruckpresse Korrex Stuttgart samt Setzkästen (Bleisatz) und nötigem Zubehör bereit. Seit 2025 fährt die Korrex mit Farbwerk (bestehend aus zwei Auftragswalzen und einer Verreibewalze). Die Werkstätte ist auch mit einem Stapelschneider, Papierschneidetisch und kleinerem Buchbindewerkzeug ausgestattet. Sämtliche Gerätschaften kommen ohne Strom aus.
Der Druckraum Jahoda ermöglicht die Verbindung von Übersetzen und Setzen. Er arbeitet nicht kommerziell, sondern mit manuell betriebenen Pressen und einem forschenden Interesse. Ziel ist es, das Wissen der Handwerkskunst des Druckens und Setzens zu bewahren und zu vermitteln, wie auch kreative Prozesse durch die Kombination verschiedener, zum Teil moderner Techniken anzuregen. Experimentiert wird und wurde etwa mit 3D-Druck und der Kombination der manuellen Druckmaschinen mit Satzprogrammen auf einem digitalen Arbeitsplatz.
Benannt ist unsere kleine Werkstatt nach Georg Jahoda, dem geduldigen Setzer der Texte von Karl Kraus, und Marie Jahoda, der Professorin für Sozialpsychologie, die bei ihrer empirischen Forschung der Lebenswelt arbeitsloser Menschen in Marienthal (Burgenland, 1932) und im Eastern Valley (Südwales, 1937–1938) erkannte, dass Arbeit nicht nur zum Lohnerwerb betrieben wird, sondern auch aus technischen und sozialen Gründen. So wird im Druckraum Jahoda gemeinsam Geduld geübt.